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Mittwoch, 21. Januar 2015

Lost Cubert

Felix Fischer, Jim Schmidt, Carolin Schramm | 5:23 min | Animation


M. C. Escher trifft Kafka

Als Cuberts monotone Arbeit eines Tages unterbrochen wird, macht er sich auf ein Reise durch seine verwinkelte Arbeitswelt.

Die Arbeit der drei StudentInnen an der Fachhochschule Rhein Main nimmt bekannte Motive auf und verbindet dabei die kafkaeske, und damit aussichtslose, Flucht aus dem System mit Räumen, wie man sie von den Grafiken M. C. Eschers kennt. Auch an den kanadischen Science-Fiction "Cube" mag man erinnert sein. "Lost Cubert" schafft es dabei, diese Motive in gerade einmal fünf Minuten gekonnt und stimmungsvoll zu verbinden.

Mehr Infos zur Produktion des Films finden sich unter http://www.lostcubert.blogspot.de/

Dienstag, 4. Juni 2013

Le Miroir

Antoine Tinguely & Laurent Fauchère | 6:20 min | Spielfilm


Ein Lebenslauf im Spiegel eines... Spiegels.

Ein Blick in den Spiegel kann eine ziemliche Ernüchterung sein, , aber man entdeckt dort vielleicht auch den ersten eigenen Pickel oder blickt hinein vor dem Ausgehen zum ersten Date.

Der POV Shot in den Spiegel war schon immer ein beliebtes Stilmittel. Er treibt die POV-Einstellung - also den Blick aus den Augen des Protagonisten - gewissermaßen auf die Spitze. Die beiden Schweizer Antoine Tinguely & Laurent Fauchère nutzen dies - angereichert mit liebevollen Details, um das Vorüberziehen eines Lebens zu zeigen. Wenn dies auf den ersten Blick doch recht düster erscheint - die Liebe zebricht, die Tattoo schrumpeln - so hebt dies doch ein Achselzucken des Protagonisten als altem Mann am Ende auf: That's life!

"Le Miroir" ist einer der Nominierten bei den Webcuts 2013 in der Kategorie "Best collaborative projects". Die Awards sind Teil der Webinale in Berlin und werden seit 2001 an nicht-kommerzielle Internet-Filme (was immer das auch genau sein soll) vergeben.

Montag, 27. Mai 2013

Die digitale Referatspräsentation

Marc John | 6:33 min | Animation


Die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der digitalen Referatspräsentation.

Wer kennt sie nicht - ob Studium, Schule oder Beruf, wir alle haben uns schon durch die unmöglichsten Referate durchquälen müssen. Wenn dann auch noch das Thema der Präsentation die Präsentation an-und-für-sich ist, schießt das den Vogel ab.

Marc Johns simpler Film bringt viele Unarten von Referaten auf den Punkt. Power-Points auf den genau das steht, was die Referenten sagen, Kampf mit der Technik, Referenten die sich heillos verhaspeln garniert mit einer ordentlichen Priese Langeweile. Das diese in "Die digitale Referatspräsentation" nicht aufkommt, liegt eben an jener treffenden Persiflage und einem Text, der durchaus aus der Feder von Vicco von Bülow - aka Loriot - hätte stammen können.

Dienstag, 26. März 2013

Flamingo Pride

Tomer Eshed | 6:01 min | Animation

Flamingos feiern eine Gay Pride Parade - doch ein einzelner Flamingo scheint unter seinen Artgenossen nicht glücklich zu sein.

Alle feiern ausgelassen auf dieser riesigen Feier gleichgesinnter Flamingos, doch ein einzelner heterosexueller Flamingo sucht sein Glück lieber auf der anderen Seite des Ufers.

Der kurzweilige und aufwendig animierte Kurzfilm beleuchtet das anderssein einmal von einer anderen Seite. Die Überzeichnung der Figuren, die Klischees auf die "Flamingo Pride" sich stützt funktionieren vielleicht gerade weil es ein Animationsfilm ist. Dabei ist der Film stilistisch allerdings manchmal etwas zu glatt und setzt auf einzelne Lacher - die allerdings visuell gut erzählt sind. Wer sich mehr für die Technologie hinter der Animation interessiert, dem sie dieser Post im Pixar-Blog empfohlen.


"Flamingo Pride" ist Tomer Esheds Abschlussfilm an der HFF Potsdam. 2009 realisierte er bereits den Preisgekrönten Kurzfilm Our Wonderful Nature.

via Netzfilmblog


Montag, 28. Januar 2013

The Centrifuge Brain Project

Till Nowak | 6:39 min | Spielfilm


Das wissenschaftliche Projekt Jahrmarktsattraktionen zur Anregung von Gehirnaktivität zu benutzen treibt seltsame Blüten.

Ein Wissenschaflter schildert die Historie seiner Projektes: Riesenräder und Achterbahnen werden nach wissenschaftlichen Überlegungen optimiert, was zu manch unerwartetem Ergebnis führt.

Die Idee ist so simpel wie brilliant ausgeführt. Der trockene Ton des Wissenschaftlers, der alles sachlich erklärt kontakiert die immer absuder werdenden Gebilde die in teils nach Archivaufnahmen anmutenden Bildern gezeigt werden. VFX und Sound-Design runden den unterhaltsamen Kurzfilm ab.

So verwundert es nicht das Till Nowak mit seinem Film neben zahlreichen Festivalteilnahmen auch den Deutschen Kurzfilmpreis 2012 für Spielfilme bis 7 Minuten gewann. Die Jury urteilte dabei: "kein Dokumentarfilm, sondern genauso pure Fiktion wie die Karussells, die uns in diesem äußerst unterhaltsamen und schelmisch daherkommenden Kurzfilm vorgestellt werden."




Eine deutsche Version des Films (im Reportagenstil drübergesprochen) gibt es noch nach dem Umbruch:

Mittwoch, 9. Januar 2013

Das Rad

Chris Stenner, Arvid Uibel & Heidi Wittlinger | 8:32 min | Animation


Das Leben aus der Sicht von zwei Steinen.

Zwei Steinmenschen beobachten den Aufstieg und Niedergang unserer Zivilisation. Es ist zunächst ein recht ruhiges Leben, welches die beiden Steinmenschen haben. Die Jahrhunderte vergehen. Doch als der Mensch auf den Plan kommen, fangen sich die Dinge an rapide zu ändern.

Heute mal wieder in Kurzfilm-Klassiker. Was "Das Rad" dabei besonders auszeichnet ist - neben der liebevollen Animation und den tollen Stimmen - das Spiel mit der unterschiedlichen Zeitwahrnehmung. Für die Steinmenschen vergehen die Jahrhunderte im Flug, sodass sie die Menschen nur in dem Wahrnehmen, was sie bauen. Und während so einer der beiden mit einem radförmigen Stein experimentiert wird eine ganze Zivilisation erbaut.

"Das Rad" heimste 2003 eine Oscarnominierung als bester animierter Kurzfilm ein. Der Film lebt vor allem von kleinen Ideen, die immer wieder mit der andersartigen Wahrnehmung der Zeit spielen. Und wenn sich am Ende der Kreis schließt, so kann man dies zunächst als Zivilisationskritik sehen - andererseits kann sich das Rad ja immer weiter drehen.

via ShortCuts

Dienstag, 9. Oktober 2012

Golem

Patrick Mccue & Tobias Wiesner | 7:40 min | Animation



Der Ursprung des Bewusstseins - als audiovisuelle Reise.

Eine Adaption der Geschichte von Stansilav Lem, in der eine militärische A.I. ein Bewusstsein entwickelt. Eine Animation von biologisch-technologischen Prozessen zu der genialen Musik von Cliff Martinez.

GOLEM, die künstliche Intelligenz aus Stanislav Lems Kurzgeschichte GOLEM XIV, gibt der Menschheit eine Serie von Vorlesungen, die die Position der Menschheit in der Geschichte einordnen. Die erste diese Vorlesungen haben Patrick Mccue und Tobias Wiesner visuell illustriert. Die assoziationsreichen Bilder (eyecandy!) zeigen dabei eine Mischung aus technologischen und biologischen Prozessen. Auch die Voiceover Stimme ist passend und errinnert - sicher nicht aus Zufall - an die Voiceover der Terminator-Teile. Hinzu kommt die wirklich geniale Musik von Cliff Martinez, mit deutlichen Anklägen an seinen Soundtrack zu Soderberghs Solaris Version.

via

Freitag, 7. September 2012

Back to Solitude

Joschka Laukeninks | 5 min | Spielfilm



Ein letzter Kuss, ein letztes Treffen, ein letzter Blick in die Augen.

Eine Liebesgeschichte mal anders erzählt.

So, jetzt gibt es hier mal ein bisschen Unterhaltung und Herzschmerz. Fotografiert, ausgestattet und besetzt wie aus einem Werbekatalog fehlen "Back to Solitude" auf jeden Fall die Ecken und Kanten. Aber vielleicht passt das ja ganz gut, denn genau so stellen sich viele die große Liebe wohl vor: Beim Date sitzt man auf einem Geländer am Wasser, die Küsse sind leidenschaftlich und die Haare immer frisch gewaschen.

Der junge Hamburger Filmemacher Joschka Laukeninks zeigt seine Filme auf seiner Homepage www.joschka-laukeninks.de. Dort findet man übrigens auch den ganz hübschen Film "Everything's so silent", der in einer Welt spielt, in der niemand ein Wort sagt.


Freitag, 27. Juli 2012

Tungu.

Marc Rühl | 9:01 min | Animation



Ein indigenes Volk durchläuft eine unerklärliche Entwicklung.

Die Tungu, ein von moderner Zivilisation unberührter Volksstamm, steht unter der Beobachtung von Wissenschaftlern. Als das Volk, welches sich nur in Tänzen ausdrückt und keine Symbole oder Schriftzeichen kennt, diese von einem auf den anderen Tag entwickelt, geraten die Forscher ins Grübeln.

In der Faszination der Wissenschaft mit den sogennanten Naturvölkern ist vieles zerstört worden. Die kolonialisierenden Länder haben sich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Mit der Entdeckung dieser Stämme ging meistens deren Zerstörung einher - die Ünberührtheit geht natürlich mit der Entdeckung oder spätestens der Kontaktaufnahme verloren. Dies scheint die Unschärferelation der Ethnologie zu sein.

Mit diesen Ideen beschätigt sich der Film von Marc Rühl und setzt sie in einer Kombination von Animation und Realfilm um. Für das Drehbuch zeichnet sich Georg Klein verantwortlich. Der Träger des deutschen Buchpreises adaptierte die in seinem Erzählband Die Logik der Süße erschienene Kurzgeschichte. Klein selbst gibt auch den Erzähler des Films.

via



Nach dem Umbruch noch ein Making-Of.

Montag, 4. Juni 2012

Hammerfilm

David Madry | 7:06 min | Spielfilm



Ein Raum, zwei Männer und ein Hammer.

Ein Mann wacht in einem düsteren Raum auf. Es scheint zunächst keinen Ausweg zu geben, doch die Ankunft eines Zweiten offenbart neue Möglichkeiten.

Als Dominik Graf zum Anlass des deutschen Filmpreises über das vorhersehbare Qualitätskino schrieb, beschwerte er sich, dass deutsche Regisseure "vor allem brav das Stöckchen der Korrektheit apportieren". Das ist etwas, was man David Madry sicherlich nicht vorwerfen kann. So ist auch "Hammerfilm" eine Erfrischung im Strom der Klaviermusik-Betroffenheits-Kurzfilme und schafft es eine stimmige Atmosphäre mit ungewöhnlichen Ideen zu kombinieren. Deorientierung, Überraschung und Action wechseln sich dabei geschickt ab.

David Madry studierte an der Dekra Medienakademie in Berlin. Derzeit arbeitet er an einer Dokumentation über einen Ultramarathon.

Donnerstag, 3. Mai 2012

The Streets of the Invisibles

Remo Rauscher | 10:00 min | Experimentell



Die Ermittler aus "Steets of San Francisco" irren durch Google Maps.

Die bekannte Kriminalserie der 70er wird ihrer Bilder entledigt. Der Ton, neu kombiniert mit den Bildern von Google Maps, Street View und Google Earth. Die Suche nach dem Mann mit dem Moustache stellt Fragen zur Identität und der Beziehung von Bild und Ton.

"The Streets of the Invisbles" ist Remo Rauschers Diplomfilm an der Universität für Angewandte Wissenschaften Hagenberg. Rauscher arbeitet mit Found Footage - einerseits mit dem Ton der 70er Serie "The Streets of San Francisco" mit Karl Malden & Michael Douglas. Dies kombiniert er mit den Bildern, die uns Google von unserer Umwelt liefert. Bilder auf denen die Menschen unkenntlich gemacht und hinter den Verpixelungen Unsichtbar bleiben - ganz so wie die beiden Ermittler, von denen wir nur die Stimmen zu hören bekommen.

Die Auflösungen, denen diese Bilder ausgesetzt sind, werden deutlich - in der Jagd nach einem Verbrecher in der Großstadt (die hier eine Kombination aus verschiedenen Großstädten ist). Die Ordnung, der Grid, der unter diesen Bilder liegt, kommt ins Wanken. Doch, wie es sich für eine Krimiserie (insbesondere der 70er) gehört - wird diese Ordnung wieder hergestellt werden müssen. Genauso wie der Glaube daran, dass aus Fehlern zu lernen ist, siegen wird.

Mittwoch, 25. April 2012

Neulich 2

Jochen Kuhn | 8:33 min | Animation


"Neulich las ich eine Annonce, worin ein neues, medizinisches Verfahren angekündigt wurde, dieses Verfahren sei weitaus genauer als Röntgen und Unterschall zusammen, hieß es."

Ein namenloser Mann unterzieht sich einer besonderen Form der Sonographie, die ganz neue Einblicke in seinen Zustand offenbart, und als die Untersuchung abgeschlossen ist, ist draußen trotzdem immer noch alles beim Alten.

Neulich 2 ist der zweite Teil einer fünfteiligen Serie, die Kuhn in den Jahren 1998 bis 2004 produziert hat, und mit zahlreichen Auszeichnungen versehen wurde. Jochen Kuhns Animationsfilme geben düstere Einblicke in die Welt des Protagonisten und werfen parabelartig Fragen an den Zuschauer zurück; Es sind meist ganz alltägliche Geschichten, die in Kombination mit der melancholischen Stimmung und den ständig selbstreflektierenden Erzählerfiguren der postmodernen Suche nach Halt und Bedeutung Form geben. Der Weg ist das Ziel; oder der Prozess, denn am Ende ist, wie so oft, "Alles beim Alten".

So auch der Animationsstil von Jochen Kuhn. Die von Hand auf Leinwand gemalten Einzelbilder werden Stück für Stück übermalt, transformiert und mit verschiedenen Techniken verfremdet; am Ende dieses Prozesses, der in der Regel ein Jahr dauert, bleibt meist nur ein einziges, letztes Bild übrig, "dann verstaubt auch nichts!" erklärt Jochen Kuhn.

Nach der Serie "Neulich" begann Kuhn die Serie "Sonntag", dessen zweiter Teil 2010 für den deutschen Kurzfilmpreis nominiert war. Neben seiner Tätigkeit als Filmemacher und bildender Künstler lehrt Kuhn seit 1991 an der Filmakademie in Ludwigsburg.

Mittwoch, 18. April 2012

Crossover

Fabian Grodde | 5:49 min | Animation



Ein idyllischer Wald, hunderte Käfer und mysteriöse nächtliche Rituale.

Erst ist es ein einzelner Käfer, dann werden es immer mehr. Schließlich formen die Käfer eine Gruppe und nehmen an einem von den Spinnen des Waldes orchstrierten Ritual statt, dass sie in ihren Bann zu ziehen scheint.

Stefan Groddes an der Bauhaus-Universität Weimar realisierter Kurzfilm überzeugt zunächst durch seine Optik. Die Kombination von real gefilmten Miniatursets ergibt in der Kombination mit den animierten Käfern und Spinnen einen interessanten Look. Doch darüber hinaus ist durchaus mehr in diesem Film zu entdecken. Es ist kein großer Sprung, die strippenziehenden Spinnen, die die Käfer mit ihrem gleißenden Licht konvertieren, als Führer zu sehen, die ihren Untergebenen falsche Tatsachen vorgaukeln. Ob damit nun tatsächlich die christliche Religion - die Kreuzsymbolik ist allerdings recht eindeutig - sei einmal dahingestellt. Vielleicht kann aber der Käfer, der es erst einmal gar nicht auf die Anhöhe schafft, denn Spinnen entgehen - wenn auch das Netz schon bedrohlich über ihm hängt...

Stefan Groddes Film ist im übrigen in der Animations-Kategorie der Vimeo Awards nominiert, bei denen eine Jury und die Vimeo-User über Videos in insgesamt 13 Kategorien abstimmen können.

Mittwoch, 21. März 2012

Kommt ein Sonnenstrahl in die Tiefkühlabteilung und weicht alles auf

Lisa Weber | 8:24 min | Spielfilm



Ein älteres Ehepaar an einem ganz normalen Tag?

Der alltägliche Kampf mit der Kaffeemaschine, das gemeinsame Fernsehschauen und das Turnen im Garten - das beschreibt "Kommt ein Sonnenstrahl..." und stellt dabei intelligent die Frage, wie sich einschneidende Erlebnisse auf unseren Alltag auswirken.

Dies ist gleich eine doppelte Premiere für den Kurzfilm Kanon: endlich einmal ein Film einer Filmemacherin und gleichzeitig der erste österreichische Beitrag. Lisa Weber schaffte mit diesem Bewerbungsfilm nicht nur den Sprung an die Filmakademie Wien sondern auch gleich zu den Kurzfilmtagen Oberhausen und gewann obendrein noch den Österreichischen Kurzfilmpreis. Für den Film castete Lisa Weber ihre Großeltern - etwas, was sich sicherlich in der liebevollen Betrachtung und auch in dem Miteinander der Beiden sichtbar wird.



Hier noch ein kurzes Statement der Regisseurin zu ihrem Film bei arte.

Montag, 12. März 2012

The Return of John Frum

Christian Schlaeffer | 7:26 min | Animation



Die Rückkehr von John Frum - einem Typen mit einem ziemlich großen Loch im Kopf - auf eine postapokalyptische Erde gestaltet sich als ziemlich abgefahrene Angelegenheit.

Ein Astronaut, der titelgebende John Frum, prallt in seiner Kapsel auf die Erde und wird prompt als Messias empfangen. Die Erkundung des Planeten lässt ihn und seinen nackten Begleiter mit der Maske auf die sonderlichen Bewohner der postapokalyptischen Umgebung treffen.

Eine Inhaltsangabe für diese Kurzfilm zu schreiben, stellt einen doch vor das ein oder andere Problem. Nicht umsonst hat die Rubrik mit Inhaltsinformation auf der Seite des Filmemachers Christian Schlaeffer - der "John Frum" als Abschlussprojekt an der Hochschule Augsburg realisierte - den Namen "WTF?". Danach basiert die Geschichte auf dem Cargo Kult der von den melanesischen Inseln kommt, der laut Christian "lächerlichsten und sinnlosesten aller Religionen."

Auch wenn der Film sich durchaus fragmentarisch anfühlt und den Zuschauer sicher mit mehr als einer Frage zurücklässt so überzeugt doch vieles an ihm. Vor allem das liebevolle und fantasiereiche Design ist dabei sehr sehenswert. Dabei erinnern Stil und Stimmung stark an die Filme des Studios 4°C, die sich für Filme wie Mind Game verantwortlich zeigen. Insbesondere die Kameraeffekte (künstliche Flares, Bewegungen der Handkamera oder Verschmutzungen der Linse) und die rasanten Stimmungswechsel erinnern dabei an das japanische Studio. Insgesamt lässt sich hoffen, das die Geschichte um John Frum - oder einen ähnlich abgefahrenen Helden - einmal mehr Platz bekommt!

Christian Schlaeffer hat den Film lobenswerterweise unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht und er ist auch als Torrent herunterladbar.

Donnerstag, 8. März 2012

Der Taubenopa

Stefanie Julia Heinrich | 7:45 min | Dokumentarfilm



Ein Film über einen alten Mann mit einem ganz besonderen Hobby. Und über die Frage, wie sich die Kommunikation bis in die Gegenwart verändert hat. Ein kleiner Film zu einem nicht gerade alltäglichen Thema

Seit seiner Schulzeit sorgt der Taubenopa für einen ganzen Taubenschlag. Bis zu 1001 Kilometer fliegen seine Tauben von Süddeutschland bis Barcelona. Die acht- und neuntbesten Tauben gehörten einmal zu seinem Schlag. Dabei sind die Tauben für ihn jedoch nicht nur dressierte Wettkampfteilnehmer, sondern auch geliebte Haustiere geworden.
Ich hasse ja eigentlich Tauben, aber Dokumentationen, die nicht gleich den Anspruch haben, die Welt zu verändern, sondern von der Leidenschaft des ganz normalen Manns von nebenan erzählen, sind schön. Auch wenn es für den Einzelnen nicht nachvollziehbar sein kann, wie man sich einer der unbeliebtesten Tierarten mit einer solchen Hingabe widmen kann, ist es doch rührend wie der Taubenopa mit Stolz von seinen Erfolgen erzählt. Die Befragungen von Studenten zwischendrin zum Thema Kommunikation sollen das Thema weiter öffnen. Etwas wünscht man sich, dass man mit dem Fokus beim Taubenopa geblieben und dort lieber noch tiefer ins Detail gegangen wäre.

Stefanie Julia Heinrich studierte an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd und ist nun als Videojournalistin, Fotografin und im Bereich des Kommunikationsdesigns tätig. "Der Taubenopa" entstand 2011 im Rahmen eines Praxissemesters.

Freitag, 10. Februar 2012

Moving Camera

Rainer Nigrelli & Christian Bigalk | 05:19 min | Spielfilm


Eine Mann allein im Wald - zum Glück erläutert uns der Regiekommentar diesen rätselhaften Film.

Wer kennt sie nicht, die Regiekommentare auf DVDs. Manchmal tatsächlich informativ, meist aber eine Zusammenstellung von banalen Anekdoten und Beschreibungen dessen, was gerade im Bild zu sehen ist. Moving Camera greift viele der Dinge, die sicherlich manch ein interviewunerfahrener und egozentrischer Regisseur schon gesagt hat, würzt es noch mit einer Priese Sarkasmus und schafft so fünf unterhaltsame Minuten mit dem Frühwerk des Regisseurs Frieda Mömsel. Ja Disk!

Hier mal endlich wieder ein Film der von unabhängigen Filmemachern umgesetzt wurde. Rainer Nigrelli studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an der Uni Köln und arbeitet nun als Cutter, Christian Bigalk arbeitet als freier Cutter und Grafiker. Aus der Not eines kurzfristig abgesagten Imagefilmdrehs machten die beiden eine Tugend und drehten "Moving Camera".

Sonntag, 11. Dezember 2011

Dentophobia

Christoph Heimer | 7:12 min | Spielfilm



Die Angst vor dem Zahnarzt - heute: spielerisch erzählt.

Wer kennt es nicht, das Zusammenziehen des Magens, wenn man diesen Geruch des Wartezimmers in die Nase bekommt. Die Angst vor dem Zahnarzt ist über alle Gesellschaftsschichten ein gleichermaßen verbreitetes Phänomen. Klar, man kennt die Geschichten von früher, als die Zahnärzte noch umgeschulte Metzger waren und ihr Arbeitswerkzeug aus dem Baumarkt kam. Heute hat sich vieles geändert, aber das Gefühl ist gleich geblieben, vielleicht ist es einfach befremdlich, die Hände fremder Menschen im Mund zu haben.

Christoph Heimer nimmt sich dieses Themas an, ohne es wirklich zu behandeln. In seinem kurzweiligen Feuerwerk Dentophobia spielt er die Klaviatur des Filmemachens mit beachtlicher Präzision, vorallem, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um seinen Bewerbungsfilm für die Filmhochschule gehandelt hat. In Ludwigsburg hat es dann, verdientermaßen, auch geklappt mit der Aufnahme.



Im Internet hat Dentophobia im Laufe der Zeit eine große Bekannt- und Beliebtheit erlangt, allein auf Youtube ist das Video mehr als 20.000 mal angesehen worden.

Samstag, 19. November 2011

Jakob

Benjamin Moritz Gronau | 9:58 | Spielfilm


In präsizen Bildern geschilderter klassicher fiktionaler Kurzfilm, der einen zunehmenden Sog entwickelt.

In Alltagsszenen schildert "Jakob" die Beziehung zwischen Vater und Sohn die durch den unterschiedlichen Umgang der beiden mit einem großen Verlust auf die Probe gestellt wird.

Der leere Pool steht am Anfang des Films. Der Sohn Jakob will ihn auffüllen, doch sein Vater weißt ihn an es sei dafür zu Spät. Über kleine Gesten und großartige Bilder entwickelt Benjamin Moritz Gronau in seinem Kurzfilm die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Ohne es dem Zuschauer auf die Augen zu drücken entwickelt er zwei Figuren die es in ihrem unterschiedlichen Umgang mit dem Verlust schwer haben, wieder zueinander zu finden.

Der Film entstand im Rahmen des Atelier Ludwigsburg Paris, einer Zusammenarbeit der Filmakademie und der Pariser Filmschule La femis. Dort wurden 2010 zum Thema "Zu Spät" neun Kurzfilme realisiert.

Sonntag, 13. November 2011

Alles ist die Noppe

Lukas und Kilian Helmbrecht, Hendrik und Christian Denkhaus | 5:00 min | Stop-Motion

Eine Lego-Welt im Stil von "Metropolis". Und eine Geschichte, die nicht nur über die Einförmigkeit des Legosystems, sondern einer gleichgeschalteten Gesellschaft erzählt.

Von einem, der im System eingezwängt ist wie alle anderen und sich eines Tages die Frage stellt, warum er überhaupt tut, was er tut. In Stop-Motion-Technik und mit schönen Lichteffekten erzählen die Filmemacher vom Widerstand gegen ein Regime, das an die großen Klassiker wie "Metropolis", "1984" oder "Fahrenheit 451" erinnert.

In einer Schul-AG haben sich die zwei Brüderpaare kennen gelernt und während andere Jugendliche ihre Teenagerzeit mit Drogen und Alkohol verbrachten, widmeten sich Lukas, Kilian, Hendrik und Christian dem Brickfilm und erweckten ihr Spielzeug noch einmal zum Leben. Wie das eben so ist, liegt das erste große Werk bis heute unvollendet in der Schublade. Wer kennt das nicht - man hatte sich zu viel vorgenommen. Aber bereits mit ihrem dritten Film "Haschisch Kakalake" schafften die Jungs den Durchbruch und sammelten jede Menge Festival-Erfahrung. Produziert wird unter dem Label "nichtgedreht".

Inzwischen sind die vier sozusagen alte Hasen im Filmbusiness, aber immer noch so jung, dass sie bei den Festivals die Jugendpreise absahnen, unter anderem den Jugendmedienpreis und auch die Steinerei, das Filmfestival für Brickfilme haben sie schon mehrmals gewonnen, unter anderem mit "Alles ist die Noppe".



Unter http://nichtgedreht.de/ kann man sich die Werke von Lukas, Kilian, Hendrik und Christian ansehen. Außerdem gibt es da auch eine Anleitung für alle Interessierten dazu, wie man Brickfilme macht.Link