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Donnerstag, 5. Februar 2015

One Shot

Dietrich Brüggemann | 11:18 min | Spielfilm


Ein Spot zur Integration? Oder ein Film über den Dreh zu einem Film über Integration? Oder ein Film über einen Film über...

Ein Kurzfilm voller Klischees entpuppt sich als Filmdreh auf dem Temeplhofer Feld entpuppt sich als Filmdreh und entlarvt so - in mehreren Verschachtelungen - altbekannte Klischees über Türken, Deutsche und junge Regisseure.

Ein Kurzfilm voller Klischees? Dietrich Brüggemann ("Kreuzweg")dreht in seinem Kurzfilm gleich mehrmals den Spieß um und nimmt dabei nicht nur Migrantenklischees aufs Korn sondern auch jene die in Gutmenschentum eine Postkarten-Integration predigen. Was als scheinbar haarsträubend schlechter Film beginnt, entpuppt sich als kurzweiliger - vielleicht manchmal ein wenig didaktischer - auf die Klischees und wie Filme sie bewusst und unbewusst reproduzieren.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Ararat

Engin Kundag | 25:22 min | Spielfilm


Ein Bruderzwist in Anatolien

Als Nûḥ zur Beerdigung seines Vaters aus Deutschland in das Heimatdorf am Fuße des Ararat kommt, brechen alte Konflikte zwischen ihm und seinem Bruder aus.

Zusammen mit dem Besucher Nûḥ (Noah) bringt uns der Film in den Mikrokosmos des anatolischen Dorfes. Das Familiendrama entfaltet sich vor dem malerischen Panorama des Ararat doch scheut sich der Film dabei auch nicht vor unbequemen Bildern. Engin Kundag drehte für "Ararat" im türkischen Heimatort seiner Eltern an der Grenze zu Armenien u. a. mit einheimischen Laiendarstellern. Der Film hatte 2012 Premiere in der Perspektive Deutsches Kino der Berlinale.

Mehr Infos zur Produktion des Films finden sich unter http://www.lostcubert.blogspot.de/

Mittwoch, 14. Januar 2015

Circuit

Robert Gwisdek | 14:45 min | Spielfilm


Ein Elektriker gerät in einen Kreislauf.

Eine Elektriker. Ein Raum. Zwei Türen. Doch die scheint der Ausgang über die eine Tür direkt wieder in den Raum über die andere hineinzuführen - langsam beginnt der Elektriker zu verzweifeln

Ein minimalistisches Set-Up ist oft eine gute Ausgangsposition für einen Kurzfilm. So auch in dem Film von Multitalent Robert Gwisdek, der sich hier vor und hinter der Kamera verantwortlich zeigte. Neben der technischen Eleganz zeichnet sich "Circuit" vor allem durch Gwisdeks Spiel, den Humor sowie den Einfallsreichtum der Situationen die sich aus der misslichen Lage des Elektrikers ergeben, aus. Lieder geht dem Film in der zweiten Hälfte eben jener Einfallsreichtum aus und er tritt eine Weile auf der Stelle. Dennoch ist "Circuit" gerade im Kurzspielfilmbereich eine angenehme Abwechslung vom allzu verbreiteten Realismus.



Und hier noch ein kurzes Interview mit Robert Gwisdek, in dem er auch erklärt, wie die technische Umsetzung des Films funktioniert:

Donnerstag, 28. August 2014

Schwarzherz

Tamer Jandali | 29:18 min | Spielfilm


Ein Schornsteinfeger auf der Suche nach sich selbst - in den Wohnungen anderer Leute.

"Schwarzherz" erzählt von der Zerrissenheit des Schornsteinfegers Marvin, der nicht weiß, wo er so wirklich hingehört. Verspottet vom Vater und verstoßen von der Geliebten lebt er in seiner eigenen dunklen Welt, in der sich Traum und Wirklichkeit zu vermischen scheinen.

Ein ungewöhnliches Setting, eine spannende Hauptfigur und die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Gerdy Zint sind es was "Schwarzherz" ausmachen. Auch die surrealen Elemente tragen dazu bei, dass "Schwarzherz" einen Ton findet, der ihn aus der Masse der deutschen Kurzspielfilme heraus hebt.

Dienstag, 4. Juni 2013

Le Miroir

Antoine Tinguely & Laurent Fauchère | 6:20 min | Spielfilm


Ein Lebenslauf im Spiegel eines... Spiegels.

Ein Blick in den Spiegel kann eine ziemliche Ernüchterung sein, , aber man entdeckt dort vielleicht auch den ersten eigenen Pickel oder blickt hinein vor dem Ausgehen zum ersten Date.

Der POV Shot in den Spiegel war schon immer ein beliebtes Stilmittel. Er treibt die POV-Einstellung - also den Blick aus den Augen des Protagonisten - gewissermaßen auf die Spitze. Die beiden Schweizer Antoine Tinguely & Laurent Fauchère nutzen dies - angereichert mit liebevollen Details, um das Vorüberziehen eines Lebens zu zeigen. Wenn dies auf den ersten Blick doch recht düster erscheint - die Liebe zebricht, die Tattoo schrumpeln - so hebt dies doch ein Achselzucken des Protagonisten als altem Mann am Ende auf: That's life!

"Le Miroir" ist einer der Nominierten bei den Webcuts 2013 in der Kategorie "Best collaborative projects". Die Awards sind Teil der Webinale in Berlin und werden seit 2001 an nicht-kommerzielle Internet-Filme (was immer das auch genau sein soll) vergeben.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Tohu Wa Bohu - Ein Mädchen im Chaos

Michael Geithner | 14:56 min | Spielfilm

Flaschensammlerin trifft Flaschengeist.

Rikes Pläne sich mit Flaschensammeln von ihren Schulden zu befreien scheinen alles andere als durchdacht. Das sie sich von den schönen Flaschen nicht trennen will macht die Sache - neben dem Treffen mit einem Flaschengeist - nicht gerade einfacher.

Hier mal wieder ein klassischer Kurzspielfilm. Das die Geschichte dabei nicht gerade neu ist macht nichts weiter - der Film von Michael Geithner weiß das und kümmert sich nicht groß drum. Stattdessen lebt der Film von einzelnen Szenen und den Schauspielern. Das dabei nicht unbedingt jede Pointe sitzt kann man verzeihen, Handwerklich ist "Tohu Wa Bihu" sehr rund (schön auch die Party-Flaschen-Musik) und unterhaltsam wenn es vielleicht auch ein bisschen an der Gesamtdramaturgie hakt - aber gerade das ist es vielleicht was den Film charmant macht..


Montag, 28. Januar 2013

The Centrifuge Brain Project

Till Nowak | 6:39 min | Spielfilm


Das wissenschaftliche Projekt Jahrmarktsattraktionen zur Anregung von Gehirnaktivität zu benutzen treibt seltsame Blüten.

Ein Wissenschaflter schildert die Historie seiner Projektes: Riesenräder und Achterbahnen werden nach wissenschaftlichen Überlegungen optimiert, was zu manch unerwartetem Ergebnis führt.

Die Idee ist so simpel wie brilliant ausgeführt. Der trockene Ton des Wissenschaftlers, der alles sachlich erklärt kontakiert die immer absuder werdenden Gebilde die in teils nach Archivaufnahmen anmutenden Bildern gezeigt werden. VFX und Sound-Design runden den unterhaltsamen Kurzfilm ab.

So verwundert es nicht das Till Nowak mit seinem Film neben zahlreichen Festivalteilnahmen auch den Deutschen Kurzfilmpreis 2012 für Spielfilme bis 7 Minuten gewann. Die Jury urteilte dabei: "kein Dokumentarfilm, sondern genauso pure Fiktion wie die Karussells, die uns in diesem äußerst unterhaltsamen und schelmisch daherkommenden Kurzfilm vorgestellt werden."




Eine deutsche Version des Films (im Reportagenstil drübergesprochen) gibt es noch nach dem Umbruch:

Sonntag, 20. Januar 2013

David (41) & Karla (38)

Anil Jacob Kunnel | 22:20 min | Spielfilm


Ein Mann benutzt den Skype-Account seiner verschwundenen Frau um ihr hinterherzuspüren.

In den Gesprächen über eine Webcam entwickelt sich die Chronik einer gescheiterten Beziehung.

Aus der Idee heraus, einen Film der an nur einem Computer mit Webcam spielte entstand "David (41) & Karla (38)". Als spannenden Versucht verlässt sich der Film visuell komplett auf die abgefilmten Bildschirme der Videotelefonate (und manchmal ist in der Reflexion des Bildschirmes jemand zu sehen). Dem Scheitern einer Beziehung spürt der Film über diese Gespräche nach. Er zeigt dabei zwei Menschen, die wohl schon immer ein Stück weit aneinander vorbei gelebt habe. Dafür ist gerade das Bild der Videotelefonie eine tolle Entsprechung, denn zwischen dem Schweifen zwischen dem Blick auf das Bild des anderen und dem Blick in die Webcam gelingt es so nie, sich gegenseitig in die Augen zu schauen.

"David (41) & Karla (38)" ist Teil einer losen Serie von Kurzfilmen die Anil unter dem Titel "Abschiede" relaisierte und die alle online abrufbar sind. Das neue Ästhetiken Anil interessieren sieht man auch seinem ersten Langspielfilm an, den er für das Kleine Fernsehspiel drehte. "Pixelschatten" ist die Chronik eienes Blogger komplett als dessen POV gedreht. Der Film sei euch ans Herz gelegt und ist heute Abend um 22h auf ZDF Kultur zu sehen. Den Trailer dazu noch als Bonus nach dem Umbruch.




Montag, 10. Dezember 2012

Pasolinicode 02112011

Ludwig Wüst | 15:46 min | Spielfilm


36 Jahre nach der Ermordung Pasolinis besuchen zwei Männer den Ort des Geschehens.

Ein nächtliches Treffen an der Gedenkstätte für den italienischen Regisseur mit einem Mann, der anscheinend mehr über die Umstände seines Todes weiß..

"Eine Hausfrau, Maria Teresa Lollobrigida, stieß am Morgen des 2. Novembers 1975 auf die Leiche Pier Paolo Pasolinis, die einen grauenhaften Anblick bot. „Als Pasolini tot aufgefunden wurde, lag er auf dem Bauch mit dem Gesicht zu Boden, der blutige Arm vom Leib abgewinkelt, der andere unterm Körper. Die blutverkrusteten Haare fielen über seine aufgeschürfte und aufgeplatzte Stirn. Sein angeschwollenes Gesicht war völlig entstellt und blau angelaufen, mit Wunden übersät. Blau geschlagen und rot von Blut waren auch seine Arme und Hände. Die Finger seiner linken Hand waren gebrochen und aufgeschnitten. Der linke Oberkiefer war zerschmettert. Die zerquetschte Nase war nach links gebogen. Seine Ohren waren entzwei geschnitten und das linke Ohr abgerissen. Er hatte Wunden auf Schultern, Brustkorb, Hüften; die Spuren der Reifen seines Wagens, mit dem man ihn überfahren hatte, waren deutlich sichtbar. Zwischen Kehle und Nacken war eine schreckliche Platzwunde. Zehn Rippen waren gebrochen, ebenso das Brustbein. Die Leber war an zwei Stellen auseinander gerissen. Sein Herz war geplatzt” (Perizia compiuta sul cadavere di Pasolini, in: Corriere della Sera, 2. November 1977).

Eine Sequenz, Nacht, die Gestalten sind kaum auszumachen. Es bleibt vieles im Dunkeln, genauso wie um die Umstände des Todes Pasolinis. Selbst die Inschriften in den Gedenksteinen, scheinbar klar hineingemeißelt, bleiben kryptisch. Der Film von Ludwig Wüst wurde u.a. in der Kunsthalle Wien und in Hof gezeigt und ist seit dem Jahresttag der Ermordung diesen November online. Mehr Infos zum Film auf der offiziellen Website.

via Cargo Blog

Freitag, 7. September 2012

Back to Solitude

Joschka Laukeninks | 5 min | Spielfilm



Ein letzter Kuss, ein letztes Treffen, ein letzter Blick in die Augen.

Eine Liebesgeschichte mal anders erzählt.

So, jetzt gibt es hier mal ein bisschen Unterhaltung und Herzschmerz. Fotografiert, ausgestattet und besetzt wie aus einem Werbekatalog fehlen "Back to Solitude" auf jeden Fall die Ecken und Kanten. Aber vielleicht passt das ja ganz gut, denn genau so stellen sich viele die große Liebe wohl vor: Beim Date sitzt man auf einem Geländer am Wasser, die Küsse sind leidenschaftlich und die Haare immer frisch gewaschen.

Der junge Hamburger Filmemacher Joschka Laukeninks zeigt seine Filme auf seiner Homepage www.joschka-laukeninks.de. Dort findet man übrigens auch den ganz hübschen Film "Everything's so silent", der in einer Welt spielt, in der niemand ein Wort sagt.


Dienstag, 7. August 2012

Funfactory

Chino Rubio | 2:27 min | Spielfilm


Kiezgeschichte, Meta-Film & Cyborgs - was will man mehr?

Produzent und Schauspieler unterhalten sich über ein geplantes Projekt: ein Film in dem Cyborgs Neukölln aufmischen.

Prominent besetzt (Kida Ramadan, Florian Lukas und Oktay Özdemir), nicht unbedingt tiefsinnig, aber kurzweilig, sollen hier nicht viele Worte verloren werden über den Film von Chino Rubio, der in einem Drehtag entstand. Funfactory wirkt ein bisschen, wie ein Film, zu dem die Idee über ein paar Bier entstanden ist - doch gerade das macht ja seinen Charme aus. Dabei kann sich die Umsetzung durchaussehen lassen - und gerade in dieser Kombination gewinnt der Film. Und wie man einen Cyborg zum Lachen bringt, lernt man dabei auch noch.

via

Montag, 4. Juni 2012

Hammerfilm

David Madry | 7:06 min | Spielfilm



Ein Raum, zwei Männer und ein Hammer.

Ein Mann wacht in einem düsteren Raum auf. Es scheint zunächst keinen Ausweg zu geben, doch die Ankunft eines Zweiten offenbart neue Möglichkeiten.

Als Dominik Graf zum Anlass des deutschen Filmpreises über das vorhersehbare Qualitätskino schrieb, beschwerte er sich, dass deutsche Regisseure "vor allem brav das Stöckchen der Korrektheit apportieren". Das ist etwas, was man David Madry sicherlich nicht vorwerfen kann. So ist auch "Hammerfilm" eine Erfrischung im Strom der Klaviermusik-Betroffenheits-Kurzfilme und schafft es eine stimmige Atmosphäre mit ungewöhnlichen Ideen zu kombinieren. Deorientierung, Überraschung und Action wechseln sich dabei geschickt ab.

David Madry studierte an der Dekra Medienakademie in Berlin. Derzeit arbeitet er an einer Dokumentation über einen Ultramarathon.

Dienstag, 22. Mai 2012

Homophobia

Gregor Schmidinger | 23:31 min | Spielfilm



Ein junger Soldat kämpft mit seiner eigenen Homosexualität.

Die letzten Tagen an der österreichisch-ungarischen Grenzen für eine Gruppe von jungen Soldaten ist angebrochen. Einer der jungen Männer hadert nicht nur mit seiner eigenen Sexualität und den daraus resultierenden Hänseleien der anderen sondern auch mit der Frage, was nach seiner Rückkehr aus der Ausbildung passiert.

Die winterliche Kälte zieht sich durch die Bilder von Gregor Schmidingers Film. Es ist klar, das hier zwischen den jungen Männern, eine Ausnahmesituation herrscht. Hier werden Dinge gesagt und getan, die es sonst vielleicht nicht würden. Auch wenn der Film dabei vielleicht das ein oder andere Klischee bedient, glänzt er doch durch seine feinfühligen Momente und tolle Schauspielarbeit.

"Homophobia" ist der dritte Kurzfilm des Linzer Filmemachers Gregor Schmidinger. Der Film wurde u.a. durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziert und legte letzte Woche einen - gerade für seine Länge - sehr erfolgreichen Onlinestart hin. Derzeit arbeitet Gregor an einer Langfilmversion seiner Filmes The Boy Next Door.

via

Donnerstag, 12. April 2012

Nun sehen Sie Folgendes

Erik Schmitt und Stefan Müller | 4:48 min | Spielfilm



Ein Film über einen Helden, einen Bösewicht, eine wartende Großmutter und ein schönes Mädchen. Und ein Film über das Filmemachen.

In diesem Film sieht man Folgendes:
Einen schwarzen Hintergrund und mehrere Nahaufnahmen. Einen netten jungen Mann, einen nicht ganz so netten älteren Mann mit Schnauzbart, eine verführerische Schöne und eine Großmutter, die bei Kaffee und Kuchen auf ihren Enkel wartet. Doch möglicherweise wartet sie umsonst.


Film im Film - damit befassen sich einige filmische Werke, doch selten wird die Thematik des Films und Filmemachen so charmant umgesetzt, wie in diesem Beispiel. Es geht um die kleinen Fehler beim Filmemachen, aber auch um die Konventionen, die die Rezeption von Filmen beim seherfahrenen Publikum begleiten. Ein dynamischer Filmkurs in nicht einmal fünf Minuten auf den Punkt gebracht! 2011 gewann der independent produzierte Film beim Kurzfilmpreis Gold in der Kategorie der Filme bis sieben Minuten.

Erik Schmitt studierte Kommunikationswissenschaft und begann ab 2007 als freiberuflicher Regisseur zu arbeiten. Stefan Müller studierte Visuelle Kommunikation. Mit seinem Film-Kumpel Erik gründete er 2010 "Kamerapferd", unter welchem Label die beiden weiterhin Filme machen.

Mittwoch, 21. März 2012

Kommt ein Sonnenstrahl in die Tiefkühlabteilung und weicht alles auf

Lisa Weber | 8:24 min | Spielfilm



Ein älteres Ehepaar an einem ganz normalen Tag?

Der alltägliche Kampf mit der Kaffeemaschine, das gemeinsame Fernsehschauen und das Turnen im Garten - das beschreibt "Kommt ein Sonnenstrahl..." und stellt dabei intelligent die Frage, wie sich einschneidende Erlebnisse auf unseren Alltag auswirken.

Dies ist gleich eine doppelte Premiere für den Kurzfilm Kanon: endlich einmal ein Film einer Filmemacherin und gleichzeitig der erste österreichische Beitrag. Lisa Weber schaffte mit diesem Bewerbungsfilm nicht nur den Sprung an die Filmakademie Wien sondern auch gleich zu den Kurzfilmtagen Oberhausen und gewann obendrein noch den Österreichischen Kurzfilmpreis. Für den Film castete Lisa Weber ihre Großeltern - etwas, was sich sicherlich in der liebevollen Betrachtung und auch in dem Miteinander der Beiden sichtbar wird.



Hier noch ein kurzes Statement der Regisseurin zu ihrem Film bei arte.

Freitag, 17. Februar 2012

How are you?

Moritz Oberholzer | 4:12 min | Spielfilm


Ein Mädchen, allein im fernen London, telefoniert mit seiner Mutter. Eine Reise durch ein ganzes Leben.

Die Anrufe der Mutter, die einen in jede neue Stadt begleiten, die einen jeden neuen Schritt in oft zu kurzen und lieblos dahingenuschelten Sätzen beschreiben lassen, portraitiert Filmemacher Moritz Oberholzer hier in einer ästhetisch ganz besonders ansprechenden Bilderflut. Aber es ist eben nicht das lustlose aufzählen von Neuigkeiten, das uns hier ganz nah an die Hauptfigur heranführt, sondern der dezent gesetzte Stolz über das eigene Leben, das in der Beschreibung doch mehr und mehr von der Realität abzuweichen beginnt. Der Film lässt den Zuschauer nachdenklich zurück. War das klischiert? Oder innovativ? Vielleicht ein bisschen von beidem, aber es ist auf jeden Fall sehenswert.

Moritz Oberholzer drehte "How are you?" als Bewerbungsfilm für die Züricher Hochschule der Künste, an der er mittlerweile studiert. In seinem Londoner Auslandsjahr drehte er zahlreiche kleinere Filme, darunter auch "How are you?", den er alleine mit seiner damaligen französischen Mitbewohnerin umsetzte. Momentan arbeitet Moritz an einem Mockumentary-Stoff, den er im Rahmen seines Studiums umsetzen möchte.

Freitag, 10. Februar 2012

Moving Camera

Rainer Nigrelli & Christian Bigalk | 05:19 min | Spielfilm


Eine Mann allein im Wald - zum Glück erläutert uns der Regiekommentar diesen rätselhaften Film.

Wer kennt sie nicht, die Regiekommentare auf DVDs. Manchmal tatsächlich informativ, meist aber eine Zusammenstellung von banalen Anekdoten und Beschreibungen dessen, was gerade im Bild zu sehen ist. Moving Camera greift viele der Dinge, die sicherlich manch ein interviewunerfahrener und egozentrischer Regisseur schon gesagt hat, würzt es noch mit einer Priese Sarkasmus und schafft so fünf unterhaltsame Minuten mit dem Frühwerk des Regisseurs Frieda Mömsel. Ja Disk!

Hier mal endlich wieder ein Film der von unabhängigen Filmemachern umgesetzt wurde. Rainer Nigrelli studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an der Uni Köln und arbeitet nun als Cutter, Christian Bigalk arbeitet als freier Cutter und Grafiker. Aus der Not eines kurzfristig abgesagten Imagefilmdrehs machten die beiden eine Tugend und drehten "Moving Camera".

Dienstag, 20. Dezember 2011

Aus gegebenem Anlass

Gregor Hutz | 11:20 min | Spielfilm



Ein Weihnachtsfilm ohne Christkind und Weihnachtsmann, aber mit den ganz normalen Leuten von nebenan, die zwar keine großen Geschenksäcke bei sich haben oder allen Menschen Frieden bringen, aber doch zumindest den Christbaum vor der anderen Haustür anknipsen können.

Eine junge Christin, die ehrenamtlich Spenden sammelt, ein Muslim, der einen warmen Platz zum Füße aufwärmen anbietet und in der Wohnung nebenan ein einsamer jüdischer Mann, der durch den Spion spickt, was da zwischen den beiden geschieht.

Eigentlich geschieht gar nicht viel in Gregor Hutz' Film "Aus gegebenem Anlass" (engl.: "For a Reason"). Da singen die Personen nur ein bisschen zusammen, mustern sich, beobachten ein unbekanntes Gemälde an der Wand. Doch in diesen kleinen Begegnungen ensteht eine metaphorische Geschichte über das Zusammenleben Tür an Tür zwischen den drei großen Weltreligionen. Hier gelingt es im Kleinen.

"Aus gegebenen Anlass" wurde auf Super 16 gedreht, entstand mit der Unterstützung des Theaterspielhauses München und 5000xZukunft und Jugend in Europa und lief auf dem Insight Festival. Gregor Hutz studierte nach einigen Jahren Praxiserfahrung in der Film- und Medienbranche an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.


Wir wünschen allen Lesern des Kurzfilm Kanons Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins nächste Jahr 2012. Hoffentlich geht die Welt nicht unter!

Samstag, 19. November 2011

Jakob

Benjamin Moritz Gronau | 9:58 | Spielfilm


In präsizen Bildern geschilderter klassicher fiktionaler Kurzfilm, der einen zunehmenden Sog entwickelt.

In Alltagsszenen schildert "Jakob" die Beziehung zwischen Vater und Sohn die durch den unterschiedlichen Umgang der beiden mit einem großen Verlust auf die Probe gestellt wird.

Der leere Pool steht am Anfang des Films. Der Sohn Jakob will ihn auffüllen, doch sein Vater weißt ihn an es sei dafür zu Spät. Über kleine Gesten und großartige Bilder entwickelt Benjamin Moritz Gronau in seinem Kurzfilm die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Ohne es dem Zuschauer auf die Augen zu drücken entwickelt er zwei Figuren die es in ihrem unterschiedlichen Umgang mit dem Verlust schwer haben, wieder zueinander zu finden.

Der Film entstand im Rahmen des Atelier Ludwigsburg Paris, einer Zusammenarbeit der Filmakademie und der Pariser Filmschule La femis. Dort wurden 2010 zum Thema "Zu Spät" neun Kurzfilme realisiert.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

7 1/2 Frauen

Bidzina Kanchaveli | 9 min | Spielfilm


Die Frage nach einer simplen Gefälligkeit wird zum mörderischen Albtraum in diesem surrealen bildgewaltigen Kurzfilm der einige Fragen offen lässt.

Ein Mann, gefangen in einem endlosen Korridor mit nur einer Tür, wird nacheinander von sieben nackten Frauen aufgesucht. Er lässt sie in seine klaustrophobische Welt eintreten, doch scheint kurz darauf an dieser weiblichen Heimsuchung zu verzweifeln.

"7 1/2 Frauen" ist ein Kurzfilm des georgischen Filmemachers Bidzina Kanchavelli der in Berlin lebt und arbeitet. In "7 1/2 Frauen" schafft er eine surreale Welt jenseits von gewohnten Bildern und üblichen Erzählweisen. Stilsicher baut er dabei eine Atmosphäre auf, die zwischen bedrohlich und komisch schwankt. Wenn der Film einen mit dem ein oder anderen Fragezeichen zurücklässt, so doch in der Weise, dass man gerne darüber nachdenkt oder sich über mögliche Interpretationen streitet.


 

Bidzina Kanchaveli arbeitet derzeit an seinem ersten Langfilm 1000 Könige, einem komplett vor Greenscreen gedrehten Science-Fiction Film. Als Bonus-Feature gibt nach dem Umbruch noch ein Interview zu 7 1/2 Frauen und seinem neuen Projekt via arte.