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Donnerstag, 4. September 2014

Graceland

Christian Hödl | 11:05 min | Dokumentation


Angelika ist Elvis Presley Fan. Das Portrait einer Frau, die nach ihren Wünschen lebt: mit Elvis.

Angelika hat sich in ihrer kleinen Wohnung ein Leben rund um die Rock 'n' Roll-Legende Elvis Presley aufgebaut. Sie lebt zurückgezogen von der Welt, die ihr manchmal laut und schlecht erscheint. Zum Essen braucht sie nur 20 Euro im Monat, aber für Elvis scheut sie keine Ausgaben.

Es ist vor allem die Offenheit, mit der Christian Hödl seiner Protagonistin begegnet, die "Graceland" ausmacht. Der Film schildert zunächst nur ihre Obsession, bietet so aber einen präzisen Einblick in die Psyche der Elvis-Fanatikerin. Ihre Wohnung, die Ausstellungsort für ihre Sammelleidenschaft und ihr ein uns alles geworden ist, gibt dabei visuell auch einiges her.

Donnerstag, 8. März 2012

Der Taubenopa

Stefanie Julia Heinrich | 7:45 min | Dokumentarfilm



Ein Film über einen alten Mann mit einem ganz besonderen Hobby. Und über die Frage, wie sich die Kommunikation bis in die Gegenwart verändert hat. Ein kleiner Film zu einem nicht gerade alltäglichen Thema

Seit seiner Schulzeit sorgt der Taubenopa für einen ganzen Taubenschlag. Bis zu 1001 Kilometer fliegen seine Tauben von Süddeutschland bis Barcelona. Die acht- und neuntbesten Tauben gehörten einmal zu seinem Schlag. Dabei sind die Tauben für ihn jedoch nicht nur dressierte Wettkampfteilnehmer, sondern auch geliebte Haustiere geworden.
Ich hasse ja eigentlich Tauben, aber Dokumentationen, die nicht gleich den Anspruch haben, die Welt zu verändern, sondern von der Leidenschaft des ganz normalen Manns von nebenan erzählen, sind schön. Auch wenn es für den Einzelnen nicht nachvollziehbar sein kann, wie man sich einer der unbeliebtesten Tierarten mit einer solchen Hingabe widmen kann, ist es doch rührend wie der Taubenopa mit Stolz von seinen Erfolgen erzählt. Die Befragungen von Studenten zwischendrin zum Thema Kommunikation sollen das Thema weiter öffnen. Etwas wünscht man sich, dass man mit dem Fokus beim Taubenopa geblieben und dort lieber noch tiefer ins Detail gegangen wäre.

Stefanie Julia Heinrich studierte an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd und ist nun als Videojournalistin, Fotografin und im Bereich des Kommunikationsdesigns tätig. "Der Taubenopa" entstand 2011 im Rahmen eines Praxissemesters.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Placebus

Michael Binz | 4:15 min | Dokumentation



Die Beschreibung einer Alltagssituation - in ihrer Kürze konzentriert erzählt und doch bezugreich.

Die Bewohnerinnen eines Altersheims warten auf den Bus. Die Wartezeit vertreiben sie sich mit einem Gespräch oder dem Singen eines Liedes. Und sollte der Bus einmal ausfallen, so nehmen sie eben den nächsten.

"Placebus" war Michaels Vordiplom an der KHM und gleichzeitig auch sein erster Kurzfilm. Für den Dreh auf 16mm standen gerade einmal zwei Rollen Film zur Verfügung. Doch aus der Not macht "Placebus" eine Tugend, in dem er sich auf das Wesentliche konzentriert und in einer - gerade für den Dokumenatrfilm - ungewohnten Kürze erzählt.

Die abschließende Texttafel, mag gefallen oder auch nicht -  sie kontextualisiert das Vorangegangene, was sicherlich für Zuschauer, die von dieser Art von Bushaltestellen zuvor nichts wussten, hilfreich ist. Dennoch gelingt es "Placebus" sich einem schwierigen Thema mit einer gewissen Leichtigkeit zu nähern.



Nach dem Umbruch gibt es als Bonusmaterial noch ein Interview mit Michael zu seinem Film vom diesjährigen Kurzfilmfestival Köln Unlimited, bei dem er unter anderem erzählt wie unterschiedlich die Reaktionen zu seinem Film ausgefallen sind.

Montag, 31. Oktober 2011

Bademeister Paul

Jakob Lass| 6:29 min | Dokumentation



"Bademeister Paul" ist ein Film der beschaulich daherkommt und seinen Reiz gerade aus der Einfachheit seines Themas schöpft.

Ein Mann im weißen Dress, der im Schwimmbad aufpasst, dass niemand ertrinkt. Ein Bademeister?

"Bademeister Paul" ist einer der Filme, die einen zunächst daran zweifeln lassen, dass der Freund, der ihn mit den Worten "voll cool" empfohlen hat, tatsächlich den richtigen Link rausgesucht hatte. Doch der Film weiß um seine erste Wirkung und nutzt dieses Gefühl beim Zuschauer zusehends geschickt, um seine eigene Geschichte umso wirkungsvoller zu erzählen. Immer dann, wenn der Zuschauer gerade denkt, er habe nun verstanden, um was es hier eigentlich gehe, kann der Film mit einer weiteren Wendung aufwarten, bis hin zum überraschenden und intelligent inszenierten Höhepunkt, der genau zum richtigen Zeitpunkt kommt. Eine spannende und ganz kleine Geschichte auf der Schwelle des Dokumentarischen.



Jakob Lass, mittlerweile Student an der HFF Potsdam, betreibt mit seinem Bruder Tom das Produktionslabel "Lass Bros", das zuletzt gleich zwei Langfilme ("Frontalwatte" R: Jakob Lass, "Papa Gold" R: Tom Lass) umsetzen konnte und damit zahlreiche Festivaleinladungen und mit "Papa Gold" sogar eine Nominierung für FirstSteps ergattern konnten.