Felix Fischer, Jim Schmidt, Carolin Schramm | 5:23 min | Animation
M. C. Escher trifft Kafka
Als Cuberts monotone Arbeit eines Tages unterbrochen wird, macht er sich auf ein Reise durch seine verwinkelte Arbeitswelt.
Die Arbeit der drei StudentInnen an der Fachhochschule Rhein Main nimmt bekannte Motive auf und verbindet dabei die kafkaeske, und damit aussichtslose, Flucht aus dem System mit Räumen, wie man sie von den Grafiken M. C. Eschers kennt. Auch an den kanadischen Science-Fiction "Cube" mag man erinnert sein. "Lost Cubert" schafft es dabei, diese Motive in gerade einmal fünf Minuten gekonnt und stimmungsvoll zu verbinden.
Wind. Was passiert, wenn er einmal nicht mehr bläst?
Eine Welt die sich auf einen konstanten Wind eingestellt hat:, so kann man alleine Tischtennis spielen und seinen Hund einfach mal in den Wind hängen.
Es ist die liebevolle Animation, die kleinen Ideen und das präzise Timing, die Robert Löbls "Wind" zu recht zu einem Festivalerfolg haben werden lassen. Das Vorher-Nachher von kleinen Szenen ist unterhaltsam und für seine kürze durchaus Tiefsinnig. Er zeigt wie sehr gerade der Mensch (oder was diese Wesen auch sind) doch fähig ist, sich seiner Umgebung anzupassen - und wie sehr wir aus dem Tritt kommen, wenn mal alles nicht wie gewohnt ist. Doch zum Glück ist dies ja nur ein Atemholen, bevor es weitergeht wie gewohnt...
Schwarz und Weiß, Mann und Frau - eine Animation in Gegensätzen.
Schattenfiguren, Doppelgänger - verschwinden, tauchen wieder auf. Die Figuren spiegeln sich, tauchen ineinander ein, doch berühren sie sich?
Michael Frei ist ein stringent animierter Kurzfilm gelungen, der sich nur schwer in Worte fassen lässt (sind das nicht die besten Filme?). Die vierminütige Animation des Schweizers entstand im Austausch an der Estnischen Kunstakademie und lief auf zahlreichen Festivals. Mehr Filme von Michael sind auf seiner Website zu finden.
Die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der digitalen Referatspräsentation.
Wer kennt sie nicht - ob Studium, Schule oder Beruf, wir alle haben uns schon durch die unmöglichsten Referate durchquälen müssen. Wenn dann auch noch das Thema der Präsentation die Präsentation an-und-für-sich ist, schießt das den Vogel ab.
Marc Johns simpler Film bringt viele Unarten von Referaten auf den Punkt. Power-Points auf den genau das steht, was die Referenten sagen, Kampf mit der Technik, Referenten die sich heillos verhaspeln garniert mit einer ordentlichen Priese Langeweile. Das diese in "Die digitale Referatspräsentation" nicht aufkommt, liegt eben an jener treffenden Persiflage und einem Text, der durchaus aus der Feder von Vicco von Bülow - aka Loriot - hätte stammen können.
Flamingos feiern eine Gay Pride Parade - doch ein einzelner Flamingo scheint unter seinen Artgenossen nicht glücklich zu sein.
Alle feiern ausgelassen auf dieser riesigen Feier gleichgesinnter Flamingos, doch ein einzelner heterosexueller Flamingo sucht sein Glück lieber auf der anderen Seite des Ufers.
Der kurzweilige und aufwendig animierte Kurzfilm beleuchtet das anderssein einmal von einer anderen Seite. Die Überzeichnung der Figuren, die Klischees auf die "Flamingo Pride" sich stützt funktionieren vielleicht gerade weil es ein Animationsfilm ist. Dabei ist der Film stilistisch allerdings manchmal etwas zu glatt und setzt auf einzelne Lacher - die allerdings visuell gut erzählt sind. Wer sich mehr für die Technologie hinter der Animation interessiert, dem sie dieser Post im Pixar-Blog empfohlen.
"Flamingo Pride" ist Tomer Esheds Abschlussfilm an der HFF Potsdam. 2009 realisierte er bereits den Preisgekrönten Kurzfilm Our Wonderful Nature.
Chris Stenner, Arvid Uibel & Heidi Wittlinger | 8:32 min | Animation
Das Leben aus der Sicht von zwei Steinen.
Zwei Steinmenschen beobachten den Aufstieg und Niedergang unserer Zivilisation. Es ist zunächst ein recht ruhiges Leben, welches die beiden Steinmenschen haben. Die Jahrhunderte vergehen. Doch als der Mensch auf den Plan kommen, fangen sich die Dinge an rapide zu ändern.
Heute mal wieder in Kurzfilm-Klassiker. Was "Das Rad" dabei besonders auszeichnet ist - neben der liebevollen Animation und den tollen Stimmen - das Spiel mit der unterschiedlichen Zeitwahrnehmung. Für die Steinmenschen vergehen die Jahrhunderte im Flug, sodass sie die Menschen nur in dem Wahrnehmen, was sie bauen. Und während so einer der beiden mit einem radförmigen Stein experimentiert wird eine ganze Zivilisation erbaut.
"Das Rad" heimste 2003 eine Oscarnominierung als bester animierter Kurzfilm ein. Der Film lebt vor allem von kleinen Ideen, die immer wieder mit der andersartigen Wahrnehmung der Zeit spielen. Und wenn sich am Ende der Kreis schließt, so kann man dies zunächst als Zivilisationskritik sehen - andererseits kann sich das Rad ja immer weiter drehen.
Man sagt, dass im Grunde alle Geschichten schon erzählt sind. Wie man das Wissen um bekannte Geschichte ausnutzt um sie mit minimalistischen Mittlen zu erzählen, zeigt Markus Häfliger in seinem Film "Rotkäppchen." Der aus der Schweiz stammende Markus Häfliger studierte Design an der Willem de Kooning Academie in Rotterdam. Auf seiner Website sind noch weitere Filme zu finden.
Patrick Mccue & Tobias Wiesner | 7:40 min | Animation
Der Ursprung des Bewusstseins - als audiovisuelle Reise.
Eine Adaption der Geschichte von Stansilav Lem, in der eine militärische A.I. ein Bewusstsein entwickelt. Eine Animation von biologisch-technologischen Prozessen zu der genialen Musik von Cliff Martinez.
GOLEM, die künstliche Intelligenz aus Stanislav Lems Kurzgeschichte GOLEM XIV, gibt der Menschheit eine Serie von Vorlesungen, die die Position der Menschheit in der Geschichte einordnen. Die erste diese Vorlesungen haben Patrick Mccue und Tobias Wiesner visuell illustriert. Die assoziationsreichen Bilder (eyecandy!) zeigen dabei eine Mischung aus technologischen und biologischen Prozessen. Auch die Voiceover Stimme ist passend und errinnert - sicher nicht aus Zufall - an die Voiceover der Terminator-Teile. Hinzu kommt die wirklich geniale Musik von Cliff Martinez, mit deutlichen Anklägen an seinen Soundtrack zu Soderberghs Solaris Version.
Viele Worte sollen hier nicht verloren werden. Schön animiert, Ratatat sorgt für den richtigen Soundtrack. Derzeit läuft "How the wild things are" in den Berliner U-Bahnen im Rahmen des Going Underground Festivals. Sämtliche Beiträge finden sich hier.
„Bound“ ist ein minimalistischer Western, der irgendwo in Asien spielt und dabei einige Racheepisoden der Filmgeschichte streift.
Es ist eine Geschichte, in vier Kapiteln, von „Red“ auf dem Rachefeldzug und Suche nach „General Blue“ (beide farbig markiert), der ihn ins Gefängnis brachte.
Die eigenwillige Ästhetik hat Daniel Dwyer aus einem Mix aus 2- und 3D Elementen geschaffen, die allesamt aus seiner Feder stammen. Wir haben den Film 2010 bei UNLIMITED im Wettbewerb gezeigt und auch auf der Leinwand war es ein großes Vergnügen in manchem Zeit- und Perspektivenwechsel die Orientierung zu verlieren und im freien Assoziieren wiederzufinden. Assoziationen aus vielen Filmgenre und -szenen schöpfend, die das Thema Rache behandeln, wie z.B. High Noon, Apokalypse now, Kill Bill…
Ein indigenes Volk durchläuft eine unerklärliche Entwicklung.
Die Tungu, ein von moderner Zivilisation unberührter Volksstamm, steht unter der Beobachtung von Wissenschaftlern. Als das Volk, welches sich nur in Tänzen ausdrückt und keine Symbole oder Schriftzeichen kennt, diese von einem auf den anderen Tag entwickelt, geraten die Forscher ins Grübeln.
In der Faszination der Wissenschaft mit den sogennanten Naturvölkern ist vieles zerstört worden. Die kolonialisierenden Länder haben sich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Mit der Entdeckung dieser Stämme ging meistens deren Zerstörung einher - die Ünberührtheit geht natürlich mit der Entdeckung oder spätestens der Kontaktaufnahme verloren. Dies scheint die Unschärferelation der Ethnologie zu sein.
Mit diesen Ideen beschätigt sich der Film von Marc Rühl und setzt sie in einer Kombination von Animation und Realfilm um. Für das Drehbuch zeichnet sich Georg Klein verantwortlich. Der Träger des deutschen Buchpreises adaptierte die in seinem Erzählband Die Logik der Süße erschienene Kurzgeschichte. Klein selbst gibt auch den Erzähler des Films.
Ulrich Fleischer und Stefan Engelbert | 14:04 min | Animation
Im Kühlschrank zwischen den Milchtüten schlüpft etwas aus dem Ei. Sieht aus wie Hackfleisch. Die Aubergine hat's zuerst gesehen, doch ehe sie sich versieht, wird sie von dem Wesen angefallen.
In ein neues Milieu verlegt, wird eine alte Geschichte noch einmal neu erzählt und ist dabei eine einfallsreiche Hommage an einen der beliebtesten Science Fiction-Klassiker. Banane, Maiskolben und Tomate schlüpfen hier in die Rolle der furchtlosen Crew, die versucht, sich bis zum Letzten zu verteidigen. Doch das Monster aus dem Kühlschrank wird immer größer und bald gibt es kein Entrinnen mehr. Außer vielleicht für die Kartoffel.
X-Mess ist einer der Klassiker des Animationsfilms, den sich Genrefans immer wieder gerne ansehen. Der Film entstand in der Zusammenarbeit zwischen Ulrich Fleischer und Stefan Engelbert, die beide an der KHM in Köln studierten. Die Kameraarbeit stammt von Stefan, die Regie von Ulrich, außerdem haben die beiden auch die Banane und den Lauch gesprochen.
Für den Dreh wurde ein Kühlschrank in Großformat nachgebaut, wobei am Set-Design mehrere zig Leute beteiligt waren. Gedreht wurde X-Mess Legenden zufolge mit einer 60 Euro "teuren" Mini-Überwachungskamera. Produziert wurde die Gemüse-Parodie 2007 unter dem Label Peniblo Brothers, unter dem Engelbert und Fleischer einige Jahre lang Kurzfilme und Auftragsarbeiten produzierten.
Unter www.aengel.eu kann man sich weitere Kurzfilme und Music-Clips der Peniblo Brothers ansehen.
Laura Junger & Xaver Xylophon | 1:41 min | Animation
Crash! Boom! Bang!
Einstürzende Neubauten, zerplatzte Blasen, zerrissene Teddybären - in "Joy Of Destruction" geht einfach mal alles vor die Hunde... - und das macht auch noch Spaß!
Die Faszination mit Zerstörung scheint dem Menschen innezuwohnen. Von dem Moment an, wo wir das erste Mal den Turm aus Holzklötzchen umstoßen begleitet sie uns. Und manche Regisseure machen seit Jahren Filme deren einzige Grundlage für ihre Filme die Idee der Materialschlacht zu sein scheint.
Laura und Xaver schaffen in ihrem Kurzfilm ein liebevoll animiertes Kompendium der Zerstörung. Das geht nun eben von der individuellen Freude an dem kurzen Moment der Entropiesteigerung, über die Macht Vernichtung hin zur Faszination an dem Bösen, wie etwa einer Figur wie Mackie Messer.
"Neulich las ich eine Annonce, worin ein neues, medizinisches Verfahren angekündigt wurde, dieses Verfahren sei weitaus genauer als Röntgen und Unterschall zusammen, hieß es."
Ein namenloser Mann unterzieht sich einer besonderen Form der Sonographie, die ganz neue Einblicke in seinen Zustand offenbart, und als die Untersuchung abgeschlossen ist, ist draußen trotzdem immer noch alles beim Alten.
Neulich 2 ist der zweite Teil einer fünfteiligen Serie, die Kuhn in den Jahren 1998 bis 2004 produziert hat, und mit zahlreichen Auszeichnungen versehen wurde. Jochen Kuhns Animationsfilme geben düstere Einblicke in die Welt des Protagonisten und werfen parabelartig Fragen an den Zuschauer zurück; Es sind meist ganz alltägliche Geschichten, die in Kombination mit der melancholischen Stimmung und den ständig selbstreflektierenden Erzählerfiguren der postmodernen Suche nach Halt und Bedeutung Form geben. Der Weg ist das Ziel; oder der Prozess, denn am Ende ist, wie so oft, "Alles beim Alten".
So auch der Animationsstil von Jochen Kuhn. Die von Hand auf Leinwand gemalten Einzelbilder werden Stück für Stück übermalt, transformiert und mit verschiedenen Techniken verfremdet; am Ende dieses Prozesses, der in der Regel ein Jahr dauert, bleibt meist nur ein einziges, letztes Bild übrig, "dann verstaubt auch nichts!" erklärt Jochen Kuhn.
Nach der Serie "Neulich" begann Kuhn die Serie "Sonntag", dessen zweiter Teil 2010 für den deutschen Kurzfilmpreis nominiert war. Neben seiner Tätigkeit als Filmemacher und bildender Künstler lehrt Kuhn seit 1991 an der Filmakademie in Ludwigsburg.
Ein idyllischer Wald, hunderte Käfer und mysteriöse nächtliche Rituale.
Erst ist es ein einzelner Käfer, dann werden es immer mehr. Schließlich formen die Käfer eine Gruppe und nehmen an einem von den Spinnen des Waldes orchstrierten Ritual statt, dass sie in ihren Bann zu ziehen scheint.
Stefan Groddes an der Bauhaus-Universität Weimar realisierter Kurzfilm überzeugt zunächst durch seine Optik. Die Kombination von real gefilmten Miniatursets ergibt in der Kombination mit den animierten Käfern und Spinnen einen interessanten Look. Doch darüber hinaus ist durchaus mehr in diesem Film zu entdecken. Es ist kein großer Sprung, die strippenziehenden Spinnen, die die Käfer mit ihrem gleißenden Licht konvertieren, als Führer zu sehen, die ihren Untergebenen falsche Tatsachen vorgaukeln. Ob damit nun tatsächlich die christliche Religion - die Kreuzsymbolik ist allerdings recht eindeutig - sei einmal dahingestellt. Vielleicht kann aber der Käfer, der es erst einmal gar nicht auf die Anhöhe schafft, denn Spinnen entgehen - wenn auch das Netz schon bedrohlich über ihm hängt...
Stefan Groddes Film ist im übrigen in der Animations-Kategorie der Vimeo Awards nominiert, bei denen eine Jury und die Vimeo-User über Videos in insgesamt 13 Kategorien abstimmen können.
Die Rückkehr von John Frum - einem Typen mit einem ziemlich großen Loch im Kopf - auf eine postapokalyptische Erde gestaltet sich als ziemlich abgefahrene Angelegenheit.
Ein Astronaut, der titelgebende John Frum, prallt in seiner Kapsel auf die Erde und wird prompt als Messias empfangen. Die Erkundung des Planeten lässt ihn und seinen nackten Begleiter mit der Maske auf die sonderlichen Bewohner der postapokalyptischen Umgebung treffen.
Eine Inhaltsangabe für diese Kurzfilm zu schreiben, stellt einen doch vor das ein oder andere Problem. Nicht umsonst hat die Rubrik mit Inhaltsinformation auf der Seite des Filmemachers Christian Schlaeffer - der "John Frum" als Abschlussprojekt an der Hochschule Augsburg realisierte - den Namen "WTF?". Danach basiert die Geschichte auf dem Cargo Kult der von den melanesischen Inseln kommt, der laut Christian "lächerlichsten und sinnlosesten aller Religionen."
Auch wenn der Film sich durchaus fragmentarisch anfühlt und den Zuschauer sicher mit mehr als einer Frage zurücklässt so überzeugt doch vieles an ihm. Vor allem das liebevolle und fantasiereiche Design ist dabei sehr sehenswert. Dabei erinnern Stil und Stimmung stark an die Filme des Studios 4°C, die sich für Filme wie Mind Game verantwortlich zeigen. Insbesondere die Kameraeffekte (künstliche Flares, Bewegungen der Handkamera oder Verschmutzungen der Linse) und die rasanten Stimmungswechsel erinnern dabei an das japanische Studio. Insgesamt lässt sich hoffen, das die Geschichte um John Frum - oder einen ähnlich abgefahrenen Helden - einmal mehr Platz bekommt!
Christian Schlaeffer hat den Film lobenswerterweise unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht und er ist auch als Torrent herunterladbar.
Lukas und Kilian Helmbrecht, Hendrik und Christian Denkhaus | 5:00 min | Stop-Motion
Eine Lego-Welt im Stil von "Metropolis". Und eine Geschichte, die nicht nur über die Einförmigkeit des Legosystems, sondern einer gleichgeschalteten Gesellschaft erzählt.
Von einem, der im System eingezwängt ist wie alle anderen und sich eines Tages die Frage stellt, warum er überhaupt tut, was er tut. In Stop-Motion-Technik und mit schönen Lichteffekten erzählen die Filmemacher vom Widerstand gegen ein Regime, das an die großen Klassiker wie "Metropolis", "1984" oder "Fahrenheit 451" erinnert.
In einer Schul-AG haben sich die zwei Brüderpaare kennen gelernt und während andere Jugendliche ihre Teenagerzeit mit Drogen und Alkohol verbrachten, widmeten sich Lukas, Kilian, Hendrik und Christian dem Brickfilm und erweckten ihr Spielzeug noch einmal zum Leben. Wie das eben so ist, liegt das erste große Werk bis heute unvollendet in der Schublade. Wer kennt das nicht - man hatte sich zu viel vorgenommen. Aber bereits mit ihrem dritten Film "Haschisch Kakalake" schafften die Jungs den Durchbruch und sammelten jede Menge Festival-Erfahrung. Produziert wird unter dem Label "nichtgedreht".
Inzwischen sind die vier sozusagen alte Hasen im Filmbusiness, aber immer noch so jung, dass sie bei den Festivals die Jugendpreise absahnen, unter anderem den Jugendmedienpreis und auch die Steinerei, das Filmfestival für Brickfilme haben sie schon mehrmals gewonnen, unter anderem mit "Alles ist die Noppe".
Unter http://nichtgedreht.de/ kann man sich die Werke von Lukas, Kilian, Hendrik und Christian ansehen. Außerdem gibt es da auch eine Anleitung für alle Interessierten dazu, wie man Brickfilme macht.
Eine morbide, abgedrehte und bezugsreiche Collage, die sich nicht vor Tabus scheut und wie der Gedankenstrom einer inneren Welt scheint.
Der Klavierunterricht eines kleinen Jungen gerät zu einem bunten Reigen, in dem sich Menschen, Tiere und wandelnde Scheißhaufen zwischen Selbstmord, Sitcom und Frisbeespiel treffen. "Don't worry, it's just animation - it has no real effect on people."
David O'Reilly gehört sicherlich zu den eigensinnigsten Animationsfilmern die der Kurzfilmbereich zu bieten hat. O'Reilly ist sicherlich kein Geheimtipp mehr, doch seine Filme so spannend, dass sie hier einen Platz verdient haben. Sein jüngster Film "The External World" ist dabei Aushängeschild für Davids Stil, der von kurzen, fast sketch-haften Szenen und einem rabenschwarzen Humor geprägt ist. "The External World" feierte in Venedig Premiere, die Liste mit Festivals und Preisen ist mittlerweile enorm.
David O'Reilly ist ein irischer Filmemacher, der für längere Zeit in Berlin lebte und dort auch "The External World" produzierte (deswegen und auch weil der Film vom BKM und der FFA unterstützt wurde, zähle ich "The External World" auch mal als deutschen Kurzfilm). Mittlerweile lebt David in Los Angeles.
Den Film gibt es bei David auch in HD und unterschiedlichsten Versionen zu kaufen. Nach dem Umbruch noch ein wenig Bonus-Material.
Jan Bitzer, Ilija Brunck, Csaba Letay | 5:20 min | Animation
"Loom" ist ein beeindruckend detailgetreu animierter CGI-Film. Eine einfache Idee, die aber visuell und soundmäßig so atmosphärisch und dicht umgesetzt ist, dass sie (auch) den Zuschauer einfängt.
Ein gücklicher Fang, ein Überlebenskampf, das Gesetz der Natur - in "Loom" findet sich im Kleinen das Große wieder
1 Jahr arbeiteten Jan Bitzer, Ilija Brunck, Csaba Letay, die an der Filmakademie Baden-Württemberg studieren an der Realisierung des Animationsfilms. Dabei gelang es ihnen Bilder zu kreieren, die gleichzeitig Ekel wecken und wunderschön sind.
Unter dem Namen Polynoid produzieren die Macher seit 2007 Filme. "Loom" feierte zahlreiche Festivalerfolge, unter anderem beim Sehsüchte Festival in Potsdam, auf dem Monterrey International Film Festival und auf dem Eksjö Animation Festival.
Zuletzt haben die fünf Filmemacher von Polynoid mit ihrem Beitrag "Rebird" an dem Kooperationsprojekt "Resonance" mitgewirkt - auf der Suche nach dem Zusammenhang von Sound und Geometrie.